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Name des Monuments:

Katholische Dekanats- und Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt

Ort:

Sillian, Tirol, Bezirk Lienz, Österreich

Contact DetailsKatholische Dekanats- und Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt
Kirchgasse
A- 9920 Sillian
T : 0043-48426319
F : 0043-4842631921
E : pfarramt.sillian@utanet.at / pfarre.sillian@dibk.at
Dekanat Sillian (Responsible Institution)

Datierung des Objektes:

1759-64

Künstler:

Architektur/Barockisierung: Joseph Adam Ritter von Mölck (1718-1794, Konzeption des Umbaus); Rudolf Schraffl (1713-1768, Planung und Ausführung)
Altäre: Johann Jaufer (Kistler);
Deckenfresken: Joseph Adam Ritter von Mölck

Bezeichnung / Denkmalgattung:

Sakralbau (Pfarrkirche)

Bauherr(en):

Pfarrei Sillian

Geschichte:

Die Urpfarre von Sillian wird zuerst im Jahr 1212 urkundlich erwähnt, eine Chorweihe ist für 1326 dokumentiert. Der bis heute im Kern erhaltene spätgotische Neubau wurde 1441 geweiht. Der barocke Umbau erfolgte 1759-64 unter der Regie von Josef Adam Mölck, die Planung und Ausführung übernahm Rudolf Schraffl aus Toblach. Eine geplante Regotisierung im 19. Jahrhundert unterblieb. Im Zuge der Generalsanierung von 1988-96 wurde auch ein neuer Volksaltar mit Ambo aufgestellt.

Beschreibung:

Die Disposition des Grundrisses folgt dem einfachen Schema gotischer Pfarrkirchen mit rechteckigem Langhaussaal, eingezogenem Chor mit polygonalem 3/8-Schluß und Chorwinkelturm. Das übergreifende spätgotische Gewölbe wurde zu einer Tonne mit Stichkappen umgeformt, geschwungene Wandpfeiler mit Pilastern unterteilen das Langhaus in drei Joche, der Chor weist einfache Pilastergliederung auf. Große geschwungene Fenster sorgen für reichen Lichteinfall, der die stilreine, sehr einheitliche Ausstattung mit Altären, Kanzel, Beichtstühlen etc. in reicher Goldfassung und die Deckenmalereien zur Wirkung bringt.

View Short Description

Die in reizvoller landschaftlicher Lage errichtete Pfarrkirche von Sillian, ein stattlicher Bau der späten Gotik, birgt in ihrem Inneren einen Raum reinsten spätbarocken Stils. Die Umgestaltung wurde unter Leitung des k. k. Hofkammermalers in Tirol, Josef Adam Mölck, durchgeführt. Obgleich die alte Bausubstanz dabei weitgehend erhalten blieb, ist der gotische Baustil nur mehr am Außenbau erkennbar – das Innere wird von der schwungvollen und kräftigen Formensprache des 18. Jahrhunderts geprägt, die sich einheitlich in Architektur und Ausstattung manifestiert.

Wie wurde das Monument datiert:

Chronogramm am Chor (1760); Archivalien

Special features

Außenbau

Äußeres von Nordwesten

13. – Mitte 18. Jahrhundert

Das schlichte Äußere des Baus ist charakterisiert durch eine Mischung gotischer Stilformen, wie die getreppten Strebepfeiler und der ca. 62 Meter hohe Kirchturm, der im Kern noch aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammt und einen Spitzhelm des 15. Jahrhunderts trägt, sowie den barocken Formen, die sich insbesondere an der Fassade mit aufgemalter Pilastergliederung und geschweiftem Giebel sowie den umlaufenden geschwungenen Fensterformen zeigen.

Langhaus

Inneres (Blick nach Osten)

1759-64

Johann Adam Mölck (u. a.)

Die barocke Wandgliederung des Langhauses erfolgt durch bugartige Wandpfeiler, die von je drei Pilastern gegliedert werden, die seitlichen jeweils konkav einschwingend. Die Nebenaltäre am Chorbogen und in der Mitte des Langhauses sowie die Kanzel sind einheitlich in reich geschwungenen spätbarocken Formen gestaltet und wurden wohl sämtlich von Mölck entworfen, von dem auch die Altargemälde stammen.

Hochaltar

Chor

1763/64

Johann Adam Mölck; Johann Jaufer

Der Hochaltar, ausgeführt vom Tischlermeister Johann Jaufer aus Innsbruck, birgt eine spätgotische Marienstatue. Das barocke Altarwerk bildet den Rahmen zur Inszenierung des älteren Kultbildes und wird damit zum Mittelpunkt der gesamten Bildausstattung der Kirche und des ikonographischen Programms. Das hochziehbare Altarbild mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens stammt von Mölck. Es findet seine Fortsetzung in Deckenfresken mit einem Marienzyklus.

Fresko

Chorgewölbe

1760

Johann Adam Mölck

Die Deckenmalereien zeigen Szenen aus dem Marienleben in großen Feldern, die in ein ornamentales Dekorationssystem eingefügt sind, das den Stuck (von Simon Wachter) teils ersetzt, teils ergänzt. Mölck gilt als einer der letzten großen Deckenmaler des österreichischen Spätbarock und entfaltete mit einigen Gehilfen eine beachtliche Produktivität. Im großen Chorfresko ist die Aufnahme Mariens in den Himmel dargestellt, bezugnehmend auf das Himmelfahrtsbild des Hochaltars.

Apostelstatue

Langhaus

1763/64

Johann Paterer (1712-1785)

Der aus 14 Apostelstatuen bestehende Zyklus ist im Kirchenraum umlaufend vor wandnischenartigen Rahmungen aufgestellt. Die bemerkenswerten Arbeiten stammen aus der Werkstatt des Bildhauers Johann Paterer aus Lienz.

Literaturauswahl:

Pizzinini, M., Sillian/Osttirol. Salzburg 1974 (Christliche Kunststätten Österreichs 98)
E. Werthan, Joseph Adam Mölk. Neue Forschungen, Quellen, Fakten. Graz 2010

Additional resources:

http://www.panorama-community.net/wbb/wcf/panorama/attachment-7714.swf

http://www.panorama-community.net/wbb/index.php?page=Thread&postID=65769

Fotograf: Bernd Willinger

Citation:

Frank Purrmann "Katholische Dekanats- und Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt" in "Discover Baroque Art", Museum With No Frontiers, 2026.
https://baroqueart.museumwnf.org/database_item.php?id=monument;BAR;at;Mon11;35;de

Autor: Frank Purrmann

MWNF Arbeitsnummer: AT 35